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thorakales Aortenaneurysma

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grosses thorakales Aortenaneurysma im CTAuch der im Brustkorb gelegene Anteil der Aorta kann sich aneurysmatisch erweitern. Ab 3 cm Durchmesser spricht man von einer Dilatation der thorakalen Aorta, ab 4cm von einem thorakalen Aneurysma.

 

Beschwerden machen Aneurysmata der Brustaorta so gut wie nie. Die Rupturgefahr erscheint insgesamt etwas geringer. Aber ab einer Größe von 5 - 6 cm sollte auch hier an eine Therapie gedacht werden. Sämtliche Abschnitte der thorakalen Aorta können betroffen sein. Die aufsteigende Aorta ascendens ist der 1. Abschnitt direkt nach der Aortenklappe im Herzen. Die Aorta ascendens setzt sich in den Aortenbogen fort. Hier gehen sämtliche wichtigen Äste für den Kopf und die Arme ab. Aneurysmata der Aorta ascendens und des Aortebogens sind sehr problematisch zu therapieren, da sämtliche supraaortalen Äste (Truncus brachiocephalicus, A. carotis und A. subclavia li.)in diesem Bereich erhalten werden müssen.

Nach dem Aortenbogen senkt sich die Hauptschlagader nach unten Richtung Bauch. Beschränkt sich das Aneurysma auf diesen Abschnitt, ist die Therapie relativ einfach, da keine lebensnotwendige Arterie in diesem Abschnitt aus der Aorta abgeht. Nach dem Zwerchfelldurchtritt würde man bei einer Erweiterung von einem Bauchaortenaneurysma sprechen.

 

Die Therapie von thorakalen Aortenaneurysmata ist heute die Domäne der endovaskulären Verfahren. Grundsätzliches zu Aortenstents lesen Sie bitte unter Bauchaortenaneurysma - Aortenstents nach. Im Gefäßzentrum Rotenburg kommen thorakale Aortenstents von Medtronic (Valiant®) und Gore (Ecluder®) zum Einsatz

 

Thorakale Aortenstents lassen sich wesentlich einfacher implantieren als abdominelle, da keine 2. Prothese für die Gegenseite eingebracht werden muß. Anders sieht es bei Aortenaneurysmata im Aortenbogen aus. Hier müssen je nach Landezone des Stentes die supraaortalen Arterien rekonstruiert werden. Hier gibt es verschiedene gefäßchirurgische Ansätze mit Bypässen auf die Äste von der Aorta ascendens oder z.B. von der rechten Halsschlagader auf die linke.  Sind die supraaortalen Arterien rekonstruiert, können selbst langstreckige Aneurysmata aus dem Blutstrom mittels thorakalem Aortenstent excludiert werden.Rekonstruktionsmöglichkeit für die re. A. carotis: aorto-carotidaler Bypass

 

Ist eine endovasculäre Ausschaltung nicht möglich, kann ein offener, thorakaler Aortenersatz erfolgen. Dies sind aufwendige und auch riskante Operationen. Erfolgt ein Bogenersatz, müssen die supraaortalen Äste in die Aortenprothese reimplantiert werden. Ein grosses Risiko besteht auch in der Lähmung der unteren Körperhälfte (Paraplegie) nach thorakalem Aortenersatz. Dies wird in bis zu 20% der Fälle beschrieben, jedoch kann ein spezialisiertes Zentrum diese Rate deutlich senken. Spätestens beim offenen Ersatz der Aorta ascendens benötigt man eine Herzlungenmaschine.

 

Klar im Vorteil ist also der Aortenstent beim thorakalen Aneurysma. Die endovasculäre Ausschaltung ist für den Patienten wesentlich weniger mitnehmend, auch liegt die Paraplegierate massiv niedriger, deutlich unter 5%. Allerdings sind die Kosten für das Device sehr hoch. So kostet ein thorakaler Stent rund 11.000 €. Im Gefäßzentrum Rotenburg werden alle endovasculären Verfahren mit Ausnahme derjenigen angeboten, die eine Herz-Lungenmaschine benötigen.

 

Offener Aortenersatz Schema: thorakaler Aortenstent

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